Postpaid oder Prepaid?

In der Telekommunikationsbranche redet man von Postpaid und Prepaid. Doch was ist das eigentlich genau und welche Vor- und Nachteile hat man vom Abschluß einer der beiden Vertragsarten.


Prepaid, die flexible Variante


Prepaidverträge (prepaid = vorausbezahlt) werden oftmals nicht als Vertrag wahrgenommen und ebenso beworben. Rechtlich gesehen unterscheidet sich dies aber nicht von einem vertraglichem Verhältnis da aufgrund einer Zahlung an den Netzanbieter eine Dienstleistung erkauft wird. Dieser stellt Netzverfügbarkeit und Internetzugang gemäß gebuchtem Prepaid-Tarif dem Kunden zur Nutzung frei. Nachdem im Volksmund Verträge mit langen Laufzeiten verbunden werden muss dies deutlich herausgehoben werden.

Kartengültigkeit

Nichtsdestotrotz steht einem schlichtweg keine Möglichkeit zum Telefonieren zur Verfügung wenn das Guthaben verbraucht oder die Flat nicht mehr aktiv ist. Angerufen werden kann man in der Regel noch einige Monate ohne Guthabenaufladung. Dies unterscheidet sich aber von Anbieter zu Anbieter und muss in deren AGB erlesen werden. In manchen Ländern sind Sperren nach einem Monat üblich, in anderen 6 Monate oder gar 12 Monate. Die Kartengültigkeit beginnt nach der letzten Guthabenaufladung abzulaufen. In einigen Fällen muss ein Mindestbetrag aufgeladen werden oder kostenpflichtig telefoniert werden.
Diese Vielfalt an Regelwerken entsteht aufgrund der Vielzahl der Netzanbieter die direkt Prepaidverträge anbieten und den zahlreichen virtuellen Netzanbietern die sich darauf spezialisiert haben.

Buchungsoptionen

  • Telefoniepakete:
    Diese unterscheiden sich zumeist in deren zu zahlenden Gebühren zu einem anderen Gesprächsteilnehmer. Besonders hervorzuheben sind die sogenannten Ethno-Tarife die kostengünstigere Gespräche in andere Länder anbieten als ein klassischer Postpaid-Vertrag im Preis-Leistungs-Verhältnis leistet. Zwischen netzinternen kostenlosen Anrufen, Gesprächsminuten-Paketen oder Flatrates in verschiedene Netze, alles ist zu finden und die Auswahl damit riesig.
  • SMS-Pakete:
    Wer viele SMS schreiben will findet auch hier eine passende Buchungsoption. Die Auswahl besteht zwischen SMS-Flat in eigene Netze, SMS-Flat in alle Netze und Frei-SMS (national oder international) in Höhe je nach Paketkauf.
  • Internetvolumen:
    Gerne spricht man auch vom surfen im Netz und die Auswahl der zu findenden Seiten ist gigantisch. Die Links die vorwiegend genutzt werden bestimmen über das benötigte Internetvolumen. Videos oder gar Filme brauchen meistens große Datenmengen zum down- bzw. upload. Filmliebhaber oder Musikstreamer sollten deswegen die zur Verfügung stehenden Internetflats in begrenzter Datenvolumenhöhe buchen. Je nach Anbieter wird der Zugang über 3G oder 4G abgewickelt. Prepaidnutzer dürfen jedoch in den meisten Fällen mit gedrosseltem LTE-Zugang rechnen. Ist das gebuchte Internetvolumen verbraucht wird die Leitung stark begrenzt. Pakete mit weiteren MB oder GB zur weiteren Nutzung können oftmals nachgebucht werden.
    Das früher übliche Geschäftsmodell Guthaben nach Ablauf bzw. Verbrauch des Paketes für den Internetzugang automatisch abzuziehen wird von den wenigsten Netzanbietern heute noch praktiziert.
  • All-in-One-Tarife:
    Der Name sagt schon fast alles oder? Nicht ganz, „All-in-One“ sind nichts weiteres als geschnürte verschiedene Datenpakete. Ein sogenannter Werbebegriff der von jedem SIM-Kartenanbieter verschieden definiert werden kann. 500 MB Internetvolumen für 30 Tage inklusive Freiminuten fürs Telefonieren sind genauso All-in-One wie 3 GB Internetvolumen plus kompletter Gesprächsflat für denselben Zeitraum. Reine Youtuber werden meistens mit Prepaidtarifen nicht glücklich da selbst die größten Datenpakete nicht für dauerhafte Nutzung ausreichen. Der Bedarf aufgrund des Youtube-Formates an Datenmenge ist einfach zu hoch. Wer jedoch moderat auf Webseiten unterwegs ist und vielleicht das ein oder andere Handygame spielt hat wie Nutzer von Social Messengern gute Alternativen gegenüber Postpaid-Verträgen.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

  • Wechsel zu anderen Anbietern jederzeit möglich
  • totale Kostenkontrolle
  • Buchbare Paketauswahl für Wenig- und Vieltelefonierer
  • begrenzte LTE-Leistung bei Nutzung des Internets
  • Rufnummermitnahme zumeist möglich
  • Datenvolumen für Internetzugang für Viel-Surfer kaum geeignet
  • Flatrates müssen aufgrund der Aufbuchungen manchmal vor Guthabenaufladung angepasst werden
  • kostengünstigste Tarife bzw. Flats ins Ausland möglich

– VORSICHT – bei einigen Netzanbietern werden nach Guthabenaufladung und abgelaufenen mehrfach gebuchten Flats alle gleichzeitig abgebucht


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Postpaid, von hier bis hier


Postpaid unterscheidet sich eigentlich von Prepaid nur in zwei Gegebenheiten. Zuerst, bei Postpaid wird der Zahlungszeitraum nicht selbst gewählt als auch Höhe des zu zahlenden Betrages fix ist. Hierbei wird ein zumeist starres Tarifmodell ausgewählt und ein Wechsel in andere Tarifoptionen eines anderen Vertragsmodells ist nicht oder nur einmalig möglich. Die Verträge werden über einen Zeitraum von 12 bis 24 Monaten abgeschlossen und bedarfen einer Einhaltung der Kündigungsfrist. Wird die Frist nicht eingehalten verlängert sich der Vertrag je nach AGB um ein bis zwei Jahre erneut. Ein Austreten aus dem Vertrag ist nur gegen eine Verlustminderungszahlung möglich. Je nach Kulanz wird dabei der komplette Grundpreis über den Vertragszeitraum oder ein Minderwert in Rechnung gestellt. In seltenen Fällen bieten Netzanbieter kürzere Vertragslaufzeiten gegen erhöhte Grundpreise an.

Postpaid wird wie der Name bereits vermuten lässt „nachgezahlt“. Somit gewährt der Netzanbieter einen Kredit indem er eine Dienstleistung von Geldwert vorstreckt. Damit geht der Vertragsanbieter ein finanzielles Risiko ein wenn der Betrag nicht abbuchbar ist.

Kartengültigkeit

Die Karte wird stets nach Ende der Vertragslaufzeit deaktiviert und steht ab diesem Zeitpunkt weder für Gespräche zur Verfügung noch ist der Teilnehmer weiterhin erreichbar. Der Wert des Vertrages richtet sich nach der Laufzeit der SIM-Karte und deren Gültigkeitszeitraum. Bei Kündigungswunsch sollte laut den AGB zumeist mindestens drei bis sechs Monate vor Ablauf des Vertrages die SIM-Karte aufgekündigt werden. Ohne Kündigung oder zu später Einreichung derselben verlängert sich die Gültigkeit der SIM-Karte gemäß den vertraglichen Bestimmungen.

Buchungsoptionen

  • Vertragsabschluß (nur SIM-Karte)
    Hierbei wird nur die SIM-Karte ausgeliefert mit den voreingestellten Werten des gebuchten Tarifes. Die SIM-Karte wird in verschiedenen Einpassgrößen ausgeliefert und muss nicht gesondert aktiviert werden. Vorraussetzung für die direkte Nutzung der SIM-Karte ist ein SIM-Lock-freies Mobilfunkendgerät. Ist das Smartphone z.B. im Laden zum vollen Preis gekauft worden ist dieses automatisch mit jeder SIM-Karte jedes Netzbetreibers nutzbar.
  • Vertragsabschluß (SIM-Karte plus Mobilfunkgerät)
    Gegen einen monatlichen Aufpreis auf den Grundwert der SIM-Kartennutzung wird ein vom Kunden aus dem Sortiment auswählbares Smartphone bzw. Handy mit ausgeliefert. Bei Geräten der neuesten Generation kann vorab eine Teilzahlung verlangt werden. Sämtliche im Rahmen der landesgültigen rechtlich gewährten Garantieleistungen auf das Mobilgerät sind inbegriffen.

Die Tarifauswahl beinhaltet Flatrates in unterschiedlicher Nutzungshöhe und ist preislich nach dessem Volumen gestaffelt. Die Verbindungskosten ändern sich dabei während der Laufzeit des Vertrages nicht, selbst wenn der Netzanbieter zwischenzeitlich bessere Angebote für andere Kunden zur Verfügung stellt. In einigen Fällen kann der Vertrag auf die nächsthöhere Stufe upgegradet werden, seltener ist der Wechsel in die kleinere und damit günstigere Option möglich. Sollte ein Wechsel der Tarifoption gewünscht werden, empfiehlt sich vorab beim Netzanbieter über änderende Konditionen zu informieren.

Vor- und Nachteile auf einem Blick

  • evtl. an überteuertem Tarif gebunden aufgrund vertraglicher Laufzeit
  • bestmöglichste technische Nutzung der LTE (4G/4G+) – Netzgeschwindigkeit
  • größte auf dem Markt erhältliche Internetvolumenpakete buchbar
  • keine anonyme Nutzung möglich aufgrund Vertragsabschluß und Personalienangaben
  • Rufnummermitnahme zumeist möglich
  • keine flexible Zahlungsmöglichkeit, ausschließlich über Bankverbindung/Lastschrift/Kreditkartenabbuchung
  • kein Anbieterwechsel ohne erhebliche Zusatzkosten möglich (während Vertragslaufzeit)

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